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Vom Recht des Stärkeren zur Partnerschaft?

Vom Recht des Stärkeren zur Partnerschaft? Über den schwierigen Weg zu neuen Hersteller-Zulieferer-Beziehungen in der Automobilindustrie am Beispiel eines Karosserie- und Montagewerks. Gelsenkirchen: Inst. Arbeit und Technik. Graue Reihe des Instituts Arbeit und Technik, Nr. 2000-02

Kilper, Heiderose / Schmidt-Dilcher, Jürgen

Zusammenfassung:

Die Automobilindustrie befindet sich seit etwa einem Jahrzehnt in einer dramatisch zu nennenden Umwälzung. Veränderte Markt- und Produktionsstrategien gelten als Auslöser für die Entwicklung einer neuen zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung zwischen Herstellern und Zulieferern im Produktionskomplex Automobil. Die Entwicklung partnerschaftlicher Hersteller-Zulieferer-Beziehungen erforderte von Herstellern wie Zulieferern ein Umdenken, andere Routinen im Umgang miteinander sowie neue Denk- und Verhaltensweisen. Resultat der vorliegenden Studie, die Einsichten und Erfahrungen aus dem Projekt “Optimierung der Produktions- und Lieferbeziehungen zwischen Zulieferern und Hersteller” bilanziert, ist, daß sowohl bei dem beteiligten Automobilhersteller als auch auf Seiten seiner involvierten Zulieferer Konzepte und Ansätze zu einer partnerschaftlichen Neugestaltung der Kommunikations- und Kooperationsformen zu verzeichnen sind, welche die tiefgreifend veränderten Anforderungen im Produktions- und Belieferungsprozeß reflektieren. Ihre Potentiale können aber erst allmählich erprobt und entfaltet werden, weil in der Alltagspraxis nach wie vor Koordinations- und Steuerungsinstrumente sowie Verhaltensweisen vorherrschen, die auf die überkommenen Machtverhältnisse in der Automobilindustrie bauen, also von der unbedingten Dominanz des Kunden geprägt sind. Überdies ist die vom Verbundprojekt angestrebte “Entwicklung und Erprobung partnerschaftlicher Kommunikations- und Kooperationsformen” in den Beziehungen zwischen der Autofabrik und ihren Zulieferern durch zentrale Entscheidungsstrukturen und durch Strategien innerhalb der Groß-Organisation des Automobilkonzerns bestimmt, die teilweise im Widerspruch zueinander stehen.

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