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Neue Kooperationen und Finanzierungsmodelle zur Sicherung der Daseinsvorsorge in kleinen Städten und Gemeinden im ländlichen Raum / KoFiLändlicherRaum

Ausgangslage

Der demografische Wandel führt in vielen ländlichen Räumen zu erheblich veränderten Leistungsangeboten und veränderter Nachfrage nach Leistungen der Daseinsvorsorge. Daraus folgt, dass tragfähige Infrastruktureinrichtungen in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte immer schwieriger zu finanzieren sind, zumal die öffentliche Haushaltslage vor allem in schrumpfenden Regionen sehr angespannt ist.
In von Abwanderung und starker Alterung betroffenen Regionen verändert sich zudem die Nachfrage. Die veränderte Altersstruktur verringert zum Beispiel die Nachfrage nach Schulen und steigert den Bedarf an Einrichtungen der Altenpflege.
Vor diesem Hintergrund ist die Tragfähigkeit vieler öffentlicher aber auch privatwirtschaftlicher Infrastruktureinrichtungen vor allem in kleineren Städten und Gemeinden in ländlichen Regionen schwer zu gewährleisten. Die Folgen sind entweder Abstriche bei der Effizienz, bei der Erreichbarkeit oder der Qualität. Dies ist vor dem Postulat der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse schwer hinnehmbar.
Doch in den ländlichen Regionen bieten sich auch neue Chancen. Viele Gemeinden überwinden bereits durch Kooperationen das Kirchturm-Denken. Neu entwickelte Finanzierungs- und Betreiberstrukturen, z.B. durch öffentlich-private Kooperationen, können helfen, eine den Bedürfnissen und Herausforderungen angepasste Daseinsvorsorge im ländlichen Raum zu gestalten.

Ziele

Die Studie hatte folgende Ziele:

  1. Systematisch wurden kooperative Ansätze und alternative Finanzierungsmodelle im Bereich der sozialen und kulturellen Infrastruktur erfasst,
  2. um diese in ihrem regionalen Kontext zu analysieren und deren Erfolgsfaktoren zu identifizieren (Fallstudien) und
  3. um darauf aufbauend Handlungsempfehlungen und Schlussfolgerung für die Sicherung der Daseinsvorsorge in kleineren Städten und Gemeinden abzuleiten.

Konzept

Systematische Bestandaufnahme

Als Grundlage für die Bestandsaufnahme wurde ein Erhebungsraster erarbeitet, das verschiedene Kriterien zum räumlichen Kontext, dem Infrastrukturbereich, den kooperativen Ansätzen sowie zu Finanzierungsmodellen enthält. Mit diesem Erhebungsraster wurden Initiativen, Modellvorhaben, Wettbewerbe, Projektdatenbanken und Internetplattformen auf Bundes- und Landesebene systematisch ausgewertet. Die so identifizierten neuen Kooperationen und alternativen Finanzierungsmodelle wurden in eine Datenbank eingepflegt und dann anhand der im Erhebungsraster definierten Kriterien kategorisiert.
Das Ziel der systematischen Bestandsaufnahme war ein umfassender Überblick über die derzeit vorhandenen kooperativen Ansätze und alternativen Finanzierungsmodelle im Bereich der sozialen und kulturellen Infrastruktur in kleineren Städten und Gemeinden ländlicher Regionen.

Fallstudien und Experteninterviews

Aufbauend auf den Ergebnissen der Bestandsaufnahme werden 11 Fallstudien für eine vertiefte Untersuchung ausgewählt. Dabei spielte die Methode der Innovationsbiographien eine zentrale Rolle. Sie diente der Analyse der Wissensströme und Netzwerke, die maßgeblich zum Innovationsprozess beigetragen haben. Diese Methodik hilft zu verstehen, unter welchen Konstellationen und in welchen Räumen es zu neuen Formen der Daseinsvorsorge gekommen ist.
Ein weiterer Schwerpunkt war die finanztechnische Untersuchung des angewendeten Finanzierungsmodells durch leitfadengestützte Interviews und eine Dokumentenanalyse. Im Fokus standen dabei Finanzierungsart und -quellen, Fragen der Tragfähigkeit und die förderlichen Voraussetzungen und Bedingungen sowie zu berücksichtigende Regulierungen.
Die Fallstudien wurden durch Interviews mit Expertinnen und Experten für die einzelnen Finanzierungsmodelle ergänzt.

Übertragbarkeit der Ergebnisse

Die Ergebnisse der Fallstudien und der Experteninterviews wurden ausgewertet und hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit überprüft. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden schließlich Handlungsempfehlungen abgeleitet. Diese wurden im August 2015 als Broschüre veröffentlicht und können unter der Adresse Ref-1-4@bbr.bund.de kostenfrei bestellt werden.

Konsortium

Das Projekt wurde in Kooperation mit Sprint Consult (Projektkoordination) und Quaestio Forschung & Beratung (Unterauftragnehmer) durchgeführt und vom  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUG) und dem Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gefördert.

 

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