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Ausbildungssituation im Handwerk / AubiH

Ziel und Aufgabenstellung

Die technologischen Weiterentwicklungen und die strukturellen Veränderungen der Wirtschaft haben erhöhte Anforderungen in der beruflichen Ausbildung zur Folge – auch im Handwerk: einfache Tätigkeiten gehen zurück, die Nachfrage nach höher qualifizierten Tätigkeiten steigt. Zudem wird die Kundenorientierung immer wichtiger und neben den fachlichen Kompetenzen gewinnen auch soziale Kompetenzen (weiter gefasst die sog. Soft-Skills) immer mehr an Bedeutung. Für die Zukunft des Handwerks ist es von grundlegender Bedeutung, geeignete Schulabgänger in ausreichender Zahl für eine Ausbildung zu gewinnen.

Das Handwerk leistet im Bereich der Ausbildung einen im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen überproportionalen Beitrag. Handwerksbetriebe stellen ca. 33% aller Ausbildungsplätze in Deutschland zur Verfügung (vgl. ZDH 2003). Doch das Handwerk hat Nachwuchsprobleme.

Ziel des Projektes war, einen Eindruck über die Ausbildungssituation des Handwerks im nördlichen Ruhrgebiet zu erhalten und Handlungsempfehlungen formulieren zu können.

Vorgehen

Das Projekt bestand aus zwei Teilen:

Ausbildungssituation aus Sicht der auszubildenden Betriebe

Vom Lehrstuhl für angewandte Sozialforschung der Fakultät für Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und dem Institut Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen in Kooperation mit den Handwerkskammern Münster, Düsseldorf und Dortmund wurde eine Befragung von Handwerksbetrieben aus dem nördlichen Ruhrgebiet durchgeführt. Dazu versandten die Kammerbezirke Münster und Düsseldorf 4.000 Fragebögen an eine Stichprobe von Betrieben, die zu ihren Erfahrungen bei der Einstellung junger Menschen befragt wurden.

Folgende Fragen waren von zentralem Interesse:

  1. In welchem Maße haben Handwerksbetriebe im nördlichen Ruhrgebiet Schwierigkeiten, geeignete Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsplätze zu finden?
  2. Bestehen Engpässe lediglich bei Abiturientinnen und Abiturienten oder auch bei Absolventinnen und Absolventen der anderen Schultypen?
  3. Welche Defizite an Wissen und Kompetenzen stellen die Betriebe bei den Bewerberinnen und Bewerbern für Ausbildungsplätze fest?
  4. Wirken sich Schwierigkeiten, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden, auf das Ausbildungsangebot der Handwerksbetriebe aus?

Die Ergebnisse dieser Befragung finden sich hier.

2. Ausbildungssituation aus Sicht der Auszubildenden

Im zweiten Teil des Projektes wurde vom Lehrstuhl für angewandte Sozialforschung der Fakultät für Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und dem Institut Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen in Kooperation mit den Handwerkskammern Düsseldorf und Münster eine Befragung von Auszubildenden im 2. Lehrjahr aus dem nördlichen Ruhrgebiet durchgeführt. Es wurden 4.000 Fragebögen an eine Stichprobe von Azubis der Kammerbezirke Münster und Düsseldorf verschickt.

Folgende Fragen waren von zentralem Interesse:

  1. Wie gut wurden die Auszubildenden vor Beginn ihrer Ausbildung über die Möglichkeiten des Handwerks informiert?
  2. Was hat die Jugendlichen dazu motiviert, eine Ausbildung im Handwerk zu beginnen?
  3. Welche Defizite an Wissen und Kompetenzen weisen die Auszubildenden nach Selbsteinschätzung auf?
  4. Wie gestaltet sich das Image des Handwerks aus Sicht der Auszubildenden?