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Nordrhein-Westfalen als Innovationsraum am Beispiel von Fallstudien / NRWInno

Ziel und Aufgabenstellung

Aus den bisherigen theoretischen Ansätzen und empirischen Arbeiten zur Innovationsproblematik wird deutlich, dass weder die Prozesse, die zu einer optimalen Koordination von Wissen in Unternehmen, noch jene Prozesse, die zu einer Diffusion und Anwendung von neuem Wissen im Wirtschaftsprozess führen, hinreichend erforscht sind. Somit bestehen einerseits für die betriebliche Praxis Lücken bei der Beschaffung wie bei der Anwendung und Verarbeitung neuen Wissens. Andererseits fehlen Erkenntnisse darüber, ob und wie der regionale Kontext dazu beiträgt, Innovationsprozesse in Unternehmen zu strukturieren und zu fördern.

Generell ist festzustellen, dass das anwendungsrelevante Wissen keineswegs allgemein verfügbar und zugänglich ist. Vor allem gilt, dass neues Wissen nicht “automatisch” von Unternehmen nachgefragt wird. Dafür spricht z.B., dass Unternehmen nur schwer ihre einmal eingeschlagenen Technologiepfade verlassen. In der Regel wendet man sich inkrementalen Innovationen im Produkt- und Prozessbereich zu. Vor grundlegend neuen Produkten auf Geschäftsfeldern, die außerhalb ihrer bisherigen Erfahrung liegen, scheuen viele Unternehmen zurück.

Vor dem Hintergrund dieser Befunde hatte es sich das Projekt zum Ziel gesetzt, Innovationsprozesse in Unternehmen zu untersuchen. Indem erfolgreiche Innovationen in Fallstudien nachvollzogen werden, können neue Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie unterschiedliche organisatorische und instititutionelle Voraussetzungen solche Prozesse positiv oder negativ beeinflussen. Konkret wurde versucht, mit den maßgeblich Beteiligten in Unternehmen den Ablauf einer Innovation nachzuvollziehen. Die Auswertung dieser “Innovationsbiografien” wird Aufschluss über die folgenden Fragen erwartet:

  • Was veranlasst oder behindert Unternehmen nach neuem Wissen zu suchen?
  • Wie gewinnen Unternehmen ihr neues Wissen und welche Teile des Unternehmens sind daran beteiligt?
  • Wie wird das Wissen zu Innovationen verarbeitet?
  • Wie beeinflusst das neue Wissen den künftigen Entwicklungspfad?

Die hierbei gewonnenen Einsichten werden für einen Projektantrag verwendet, der u.a. auch die Innovationsbiographien dahingehend auswerten wird, welche Institutionen (Kunden, Partner, Universitäten, Forschungsinstitute, u.a.) am Innovationsprozess beteiligt waren. Außerdem interessiert, welche informellen Netzwerke sich dabei gebildet haben.

Das Projekt steht in engem Zusammenhang mit der Umfrage des IAT zu Innovationsaktivitäten nordrhein-westfälischer Unternehmen, die im Rahmen der Strukturberichterstattung 2000 durchgeführt worden ist.

Vorgehen

Ausgehend von den theoretischen Vorarbeiten (Broedner et al. 1999), den empirischen Vorarbeiten (Strukturberichterstattung 2000, Publikation in Vorbereitung) und den im Rahmen der Vorstudie durchgeführten Gesprächen in einigen Unternehmen wurde ein Innovationsfall eingehender untersucht und auf die im Innovationsprozess sich ergebenden Interaktionsprozesse hin ausgewertet.