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Forschungsschwerpunkt Arbeit & Wandel

Arbeitswelten für die Gesellschaft von morgen

Arbeit ist Wohlfahrts- und Wertschöpfungsressource unserer Gesellschaft. Für die Identitätsbildung der Menschen hat Arbeit eine überragende Bedeutung, sie ist Existenzsicherung, Selbstverwirklichung und Sinnstiftung. Arbeit ist zugleich ökonomischer Produktionsfaktor und gesellschaftliche Transformationschance. Im Mittelpunkt unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit steht ein Arbeitskonzept, das auf die Bewältigung gesellschaftlicher Problemlagen abzielt.

Unsere Fragen

Arbeit verändert unsere Gesellschaft und unterliegt selbst einem Wandlungsprozess. Wir untersuchen zum einen die Auswirkungen sozialstruktureller, demographischer, wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen auf Erwerbsarbeit, auf die Umverteilung von Arbeit sowie auf die Verfasstheit von Arbeitswelten. Zum anderen erforschen wir die Effekte der Transformation der Arbeitswelt auf den Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft. Wie werden soziale Innovationen in der Arbeitswelt möglich? Welchen Beitrag leistet Arbeit für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt?    

Dabei gilt unser besonderes Interesse der personenbezogenen Dienstleistungsarbeit sowie den Folgen und Gestaltungsherausforderungen digitaler Technik für Beschäftigte, Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt.

Folgende Fragestellungen stehen im Mittelpunkt:

  • Wie ermöglicht Arbeit soziale Teilhabe und neue Arbeitsmarktzugänge für Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen?
  • Wie lassen sich durch ein neues Zusammenspiel informeller Hilfen und professioneller Unterstützungsstrukturen Erwerbschancen verbessern?  
  • Wie kann die Qualität der Arbeitsplätze und der Arbeit gesteigert werden?
  • Wie können Arbeitswelten stärker partizipativ, präventiv und nutzerorientierter weiterentwickelt werden?
  • Wie lässt sich digitaler Technikeinsatz arbeits- und aufgabenunterstützend gestalten?
  • Wie wandeln sich Interessen, Anerkennungsansprüche und Veränderungsmotive von Beschäftigten und potenziell Erwerbstätigen?
  • Wo erfordert der Wandel der Arbeitswelt individuelles, institutionelles und organisatorisches Lernen?
  • Wie verändern sich arbeitspolitische Institutionen und Organisationen durch den Wandel der Arbeitswelt?

Sowohl branchen- und berufsvergleichende Analysen als auch international vergleichende Forschung sind in unserer Arbeit von Bedeutung.

Unsere Forschungs- und Entwicklungsthemen

Unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit konkretisiert sich in vier Themenfeldern:

  1. Arbeit und Wohlfahrtsproduktion | Chancen und Risiken neuer und tradierter Berufe, neue Netzwerkarrangements, Arbeitsfelder und Aufgabenkomplexe für die Wohlfahrtsproduktion, die wirtschaftliche Entwicklung und für individuelle (berufs-)biographische Entwicklungsperspektiven.
  2. Nutzerorientierte und transkulturelle Arbeitsgestaltung | Ressourcen- und potenzialorientierte Gestaltung und Wirkungsmessung von Arbeitswelten, nutzerorientierte Produktivitätskonzepte sowie Umsetzung kultursensibler und diversitätsorientierter Arbeitsplätze und Arbeitsgestaltung.
  3. Bildung, Veränderungsmotivation und Partizipation | Identität und subjektive Erfahrungen, Deutungen und Interessenhandeln von Beschäftigten, Technikakzeptanz und zukunftsfähige Gestaltung von Gratifikations- und Tarifsystemen. 
  4. Interessensorganisation und Arbeitspolitik | Wandel von Arbeitsbeziehungen und Mitbestimmung, neue institutionelle Arrangements der Interessensorganisation und des Interessenhandelns sowie Strategien des Capacity-Buildings arbeitspolitischer Institutionen, von Interessenverbänden und der Arbeitspolitik.
Abbildung Grafik Sozioökonomie

Unsere Kompetenzen | multidisziplinär, methodeninnovativ, moderierend

Wir arbeiten in einem multidisziplinären Team mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Disziplinen Sozialwissenschaft, Pflegewissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Informatik. Neben unterschiedlichen theoretischen Zugängen greifen wir auf ein breites Spektrum quantitativer und qualitativer Methoden der empirischen Sozial- und Arbeitsforschung zurück.

Der Forschungsschwerpunkt „Arbeit und Wandel“ ist an der Entwicklung und am Einsatz etablierter Instrumente zur Erhebung der Arbeits- und Einkommensbedingungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beteiligt (u.a. LohnSpiegel, in Kooperation mit WSI - Wirtschaft- und Sozialwissenschaftliches Institut, Düsseldorf). Zudem werden eigene Methoden des Monitorings (Arbeitsreport Krankenhaus, Arbeitsreport Digitalisierung) entwickelt.

Wir haben Expertise in empirischen Analysen zum Wandel der Arbeitswelt, in der Durchführung von Befragungen und der Erstellung wissenschaftlicher Studien und Expertisen. Darüber hinaus sind wir an der Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Pilotprojekten, Gestaltungsmaßnahmen und Förderprogrammen zur Zukunft der Arbeit beteiligt. Die Strategieberatung zählt ebenso zum Portfolio des Teams wie die Durchführung und Begleitung von Potenzial- und Kompetenzanalysen, Qualifizierungsmaßnahmen sowie die Planung, Organisation und Durchführung von Innovations- und Entwicklungswerkstätten. Das Forschungsteam verfügt über umfangreiche Kompetenzen im Bereich moderner Kommunikations- und Moderationsmethoden.

Unsere Kooperationspartner | Forschung, Erprobung und Lehre

Der Forschungsschwerpunkt „Arbeit und Wandel“ kooperiert mit nationalen und internationalen Hochschulen, Unternehmen, Interessenverbänden sowie mit Partnern aus der Politik. Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden zudem in enger Kooperation mit erfahrenen Qualifizierungspartnern und Unternehmensberatungen durchgeführt. Es bestehen enge Kontakte zu regionalen, überregionalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerken, Fachverbänden und Innovationsverbünden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zudem in der Hochschullehre aktiv. Hier bestehen über Lehraufträge und Publikationsprojekte  zahlreiche Kooperationsbeziehungen, etwa zur Ruhr-Universität Bochum (RUB), zur Hochschule für Gesundheit (Bochum) sowie zur Universität Bielefeld und der Hamburger Fern-Hochschule (HFH).      

Die Forschungsdirektorin ist Mitherausgeberin der Zeitschrift "Arbeit – Zeitschrift für Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik".

Abbildung Zeitschrift Arbeit
https://www.degruyter.com/view/j/arbeit